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Aufmacher Gross

Die Idee ist so einfach wie bestechend: Man nehme eine Schubkarre, rüste sie mit zusätzlichen Stützrädern aus und spendiere ihr einen elektrischen Antrieb. Wie sich solche eine Lösung in der Praxis schlägt, zeigt unser Test.

Die ED 120 Schubkarre von PowerPac wird per Spedition angeliefert und ist- zumindest unser Testmodell - schon fertig montiert. Nach dem Auspacken sollte man sie direkt über das mitgelieferte Steckernetzteil aufladen, bzw. den darin verbauten Blei-Vlies-Akku. Dies dauert einige Stunden, bevor die Schubkarre in Betrieb gehen kann.

Die Schubkarre gibt es sowohl mit einer 120 Liter Metallwanne, wie wir sie zum Test hatten, als auch mit einer größeren 180 Liter Wanne aus Kunststoff. Aufbau und Verarbeitung wirken ordentlich, wie man sie von einer Standardschubkarre kennt. Die Montage erfolgt übrigens in Deutschland und die Teile stammen aus europäischen Ländern. Wie lange eine solche Konstruktion letztlich hält oder wie lange die Rohre gegenüber Rost immun bleiben, lässt sich in einem kurzen Test natürlich nicht abschließend klären. Dennoch wirkt alles gut konstruiert und durchdacht, sodass die Aussichten auf einen langen Einsatz nicht schlecht sind.
Die Wanne ist im Fahrbetrieb gesichert, sodass diese bei Steigungen nicht kippen kann. Ist die Karre vollständig beladen, lässt sich die Wanne nach der Entriegelung sehr einfach und mit geringem Kraftaufwand entleeren. Mit einem Kippwinkel von 90 Grad gelingt die Entleerung zudem sehr zuverlässig.

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Die ED 120 ist auch mit einer größeren Kunststoffwanne erhältlich.

 

Einfaches Handling

Angetrieben wird die Schubkarre von einem recht kräftigen elektrischen Nabenmotor, der in der Felge des robusten Profilrades eingebaut ist. Dort befindet sich auch die Scheibe der Bremse, die man sehr zu schätzen weiß, wenn man mit vollbeladener Schubkarre ein Gefälle hinunterfährt. Bei Bedarf kann die Bremse einfach festgestellt werden, damit die ED 120 auch dort stehen bleibt, wo sie stehen bleiben soll.
Für die nötige Leistung sorgt ein Akku, der unterhalb der Wanne in einem wassergeschützten Gehäuse sehr sicher montiert ist. Bei Bedarf kann der Akku einfach herausgezogen werden. Der Hersteller empfiehlt, die Schubkarre nach jedem Einsatz wieder aufzuladen und gibt an, dass der Akku für rund 650 Ladezyklen ausgelegt ist. Ein Ersatz-Akku kostet 142,80 Euro brutto. Bei einem Strompreis von 0,25 Euro/kwh kommen so rund 60,- Euro an Stromkosten pro Jahr zusammen.

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Der Blei-Vlies-Akku lässt sich einfach aus der Halterung herausziehen.


Zum Laden der Schubkarre klappt man die Wanne hoch, schiebt die obere Akku-Abdeckung zur Seite und steckt das Netzteilkabel in eine kleine Buchse. Am „Cockpit“ der Schubkarre gibt es eine Anzeige, die den Ladezustand über eine Farbskala (von Rot bis Grün) recht grob anzeigt. Was übrigens sehr positiv ist: Sollte der Akku doch einmal zu schnell leer sein, lässt sich die ED 120 auch bei nicht aktivem Motor noch recht einfach schieben.

Sanfter Start

Auf der rechten Seite befindet sich der „Gashebel“, mit dem sich die Schubkarre sehr akkurat steuern lässt.  Das Anfahren erfolgt mit leichter Verzögerung, sodass ein Umkippen durch einen ruckartigen Start vermieden wird. Über einen mittigen Schalter legt man fest, ob die ED 120 vor oder zurück fahren soll. Noch mehr Bedienkomfort würde es natürlich geben, wenn dieser Umschalter direkt im Bereich des Brems- oder „Gashebels“ läge, da man dann die Hände nicht von den Griffen nehmen müsste.

 

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Zum Aufladen wird der Akku einfach mit dem mitgelieferten Netzteil verbunden. PowerPac empfiehlt, die ED 120 nach jedem Einsatz zu laden.
 

Ein weiterer Pluspunkt der ED120 sind die beiden Stützräder, die führ viel Entlastung bei der Arbeit sorgen, denn man muss die Karre (fast) nicht mehr selber hochheben oder während der Fahrt oben halten, sondern fährt diese tatsächlich auf drei Rädern.

Im Einsatz

Wir haben die Schubkarre von neun verschiedenen Testern auf einem Paddock-Trail-Stall mit unterschiedlichen Bodenoberflächen und geringen Steigungen ausprobieren lassen, um ein möglichst breites Feedback zu erhalten. Allerdings war der Boden schon sehr trocken und griffig und die Temperaturen waren recht hoch. Den wirklichen „Matsch-Einsatz“ konnten wir also nur simulieren.

Interessant war, dass fast alle der neun Test anfangs eher skeptisch waren, ob man denn so eine Schubkarre überhaupt benötige und ob sie denn tatsächlich eine Entlastung sei. Doch nahezu alle haben sie im Testzeitraum den nicht angetriebenen Modellen vorgezogen. Eindeutiger lässt sich ein Nutzen nicht belegen. Sehr gut ist auch die einfache Bedienung, die nach einer kurzen Erklärung für alle nachvollziehbar war. Sehr erleichternd sind die Hinterräder, denn dadurch muss man die Schubkarre nicht bei jedem Stopp absetzen und danach wieder hochheben, sondern stoppt, stellt ggf. die Bremse fest, sammelt die Pferdeäppel ein und fährt weiter. Auch der Antrieb wurde als sehr angenehm und erleichternd beschrieben.

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Auch vollbeladen lässt sich die ED 120 sehr einfach und mit wenig Kraftaufwand auskippen und die Mulde bietet einen sehr großen Kippwinkel..


Da die ED 120 ohne Probleme Steigungen bis 35 % befährt, gibt es beim Gros der Ställe hier wohl keine Einschränkungen. Die Steigfähigkeit ist natürlich für alle Anwender von besonderem Interesse, die über ein schräges Brett ihren Mist auf einen Misthaufen kippen müssen.
Ein Wunsch für die Zukunft wäre eine zweite Geschwindigkeitsstufe im Vorwärtsbetrieb, denn gerade bei längeren Fahrstrecken wäre es klasse, wenn die ED 120 noch etwas schneller fahren würde.

Eine gute Lösung, vor allem für befestigte Flächen

Die ED 120 hat sich gut bewährt, vor allem in allen Bereichen, wo der Boden befestigt oder der Matsch nicht zu tief ist. Da der große Wintermatsch schon getrocknet war, haben wir eine kleine Matschfläche angelegt, um zu prüfen, wie sich die Schubkarre dort schlägt. Solange man mit Schwung durch die Fläche fahren kann, ist alles gut, ist der Untergrund aber zu wenig griffig, neigt das Vorderrad dazu, sich einzugraben. Je nach Bodenbeschaffenheit können sich die Hinterräder querstellen. Hebt man die Schubkarre dann kurz hoch, geht die Fahrt dann aber weiter.

 

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Die Bremse erweist sich im Betrieb als sehr praktisch und wenn man die ED 120 abstellen möchte, kann man die Bremse einfach durch Hereindrücken des kleinen Bolzens (siehe gelber Pfeil) feststellen.

 

Wer viele unbefestigte Flächen mit sehr viel tiefem Matsch befahren muss, sollte auch einen Blick auf Schubkarren, bzw. Dumper mit Raupenantrieb oder zwei, bzw. vier angetriebenen Rädern werfen, die PowerPac mit dem MCE 400 (ca. 3.600 Euro brutto) und RDE 500 (ca. 6.500 Euro brutto) ebenfalls im Programm hat. Diese sind zwar in der Anschaffung teurer, sind dann aber auch für extremere Einsätze geeignet.

Preis und Unterhaltungskosten

Die unverbindliche Preisempfehlung für die ED 120 liegt bei 999,- Euro inklusive der 120 Liter Metallwanne. Die 180 l Wanne schlägt mit 250,- zu Buche. Dazu kommen noch 40,- Euro Versandkosten. Im Handel sieht man die Schubkarre teilweise aber schon für knapp unter 900 Euro.

 

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Mit dem "Gashebel" regel man die Geschwindigkeit der ED 120. Hier findet sich auch der Ein-/Aus-Schalter.

 

Fazit

Das Fazit für die ED 120 fällt positiv aus, denn sie ist eine wirkliche Arbeitserleichterung, die in vielen Bereichen sehr gut funktioniert. Überall dort, wo befestigte oder griffige Böden sind, kommt die Schubkarre gut durch und auch die Akkukapazität ist ausreichend dimensioniert. Wer Einsatzbereiche mit mehr Matsch und weniger Griffigkeit befahren muss, sollte über eine Lösung mit Raupenantrieb oder vier angetriebenen Rädern nachdenken. Der Preis mag auf den ersten Blick sehr ambitioniert erscheinen, aber Qualität gibt es eben nicht zum Ramschpreis.

Plus

  • -    Echte Arbeitserleichterung
  • -    Einfache Bedienung
  • -    Ausreichende Akkukapazität
  • -    Einfache Wannenentleerung (90 Grad)
  • -    Gute Ladekapzität
  • -    Auch noch leicht zu schieben, wenn Motor nicht läuft

Minus

  • -    Gefühlt etwas langsam bei langen Fahrstrecken
  • -    Ladestandsanzeige nicht ganz genau
  • -    Grenzen bei starkem Matsch

 

Bild 5

Auch zum Transport von Holz oder anderen Materialien lässt sich die ED 120 mit einem anderen Aufsatz verwenden.

 

Weitere Infos zur ED 120 gibt es unter www.powerpac.de

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